Bedingt durch eine ungünstige Windkonstellation kam es am 12. Januar zu Überschwemmungen im Hamburger Hafengebiet. Das Orkantief "Franz" drückte das Wasser in den Hamburger Hafen, entwurzelte Bäume, wehte Baugerüste um, zerstörte Dächer und hat Mülltonnen und vor allem auch die zur Abholung für die Müllabfuhr gedachten Tannenbäume auf den Hamburger Straßen umherfliegen lassen. Die Hamburger Feuerwehr muss in der Nacht 115 Einsätze fahren.
Die Sturmflutvorkehrungen (Deiche und Flutschutzmauern) besitzen ein Höhe von mindestens 7,20 Metern. Das Hochwasser war mit 5,60 m über Normalnull vorhergesagt, daher eigentlich kein zu großes Problem.
Leider kam es trotzdem zu Überschwemmungen. Sehr großes Pech hatte dabei das italienische Restaurant "La Vela" in der Großen Elbstraße 27. Morgens um cirka 6:20 Uhr lief das Restaurant voll. Ein Flutschutztor konnte nicht geschlossen werden, weil eine Antriebskette des Tors gerissen war. Der Gästebereich des "La Vela" stand unter Wasser, der Parkettboden ist durch das Wasser stark aufgeweicht worden.
Hamburg hat die Flut schneller überwunden als gedacht. Um 5:30 Uhr gibt es neue Wasserstandsvorhersage. Um 9:45 Uhr solle das Wasser einen Höchststand von nur noch 4,77 Metern über Normalnull erreichen. Glück im Unglück. Der Wind in der Deutschen Bucht hatte sich früher gedreht und auch stärker nachgelassen als gedacht. So konnte das Wasser in die Nordsee zurücklaufen, ohne die Tide im Hafen zu überlagern.
Der Fischmarkt und auch ein Teil Speicherstadt waren zwar überflutet worden. Doch in der HafenCity gab es keine Schäden.
In der Fischauktionshalle gehen die Betreiber gelassen ins Wochenende. Trotz 80 Zentimeter Wasser in der Halle, habe sie keinen Schaden davongetragen. "Bei Stumflut weiß bei uns jeder, was er tun muss", sagt Betreiber Jens Stacklies. "Wir lassen das Wasser reinlaufen - und warten dann, bis es wieder abläuft. Alle wichtigen Geräte sind hochgesetzt."